A15 Neu Ä2-ModÜ, 3, 4, 5, 6: Für ein robustes und umfassendes Sicherheitsversprechen des Staates an seine Bürgerinnen und Bürger
Veranstaltung: | Landesparteitag S-H April 2025 |
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Tagesordnungspunkt: | 5. Anträge |
Antragsteller*in: | Tobias Goldschmidt (KV Plön) |
Status: | Modifiziert |
Eingereicht: | 07.03.2025, 14:03 |
Antragshistorie: | Version 1(07.03.2025) |
Kommentare
Philipp Schmagold:
Dennoch hier drei inhaltliche Hinweise:
1. Zum Satz: " Die Klima- und Biodiversitätskrise gehören international zu den größten Bedrohungen des Friedens und der Sicherheit."
Es sind DIE größten Bedrohungen und nicht nur relativierend "gehören ... zu den größten Bedrohungen".
2. Zum Absatz: " Insbesondere Schleswig-Holstein als Ostsee-Anrainer braucht gut ausgestattete Sicherheitsbehörden, eine starke Bundeswehr und eine gut sortierte NATO. Wir werden die Bundeswehr, ebenso wie die Polizei, das Landesamt für Verfassungsschutz und die Organisationen des Bevölkerungsschutzes hier im Land weiter nach Kräften unterstützen."
Es sollte klargestellt werden, dass dies kein Plädoyer für weitere Aufrüstung und noch mehr Milliarden-Pakete ist, denn sonst fehlt das Geld für den breiteren Sicherheitsbegriff, für den der Antrag steht.
3. Zum Satz: " Die Klima- und Biodiversitätskrise gehören international zu den größten Bedrohungen des Friedens und der Sicherheit. Sie gefährden die Ernährungssicherheit und könnten Teile der Erde unbewohnbar machen."
Hier wäre stattdessen "werden Teile der Erde unbewohnbar machen" passender.
Denn die Klimakatastrophe wird viele Inseln und Uferregionen untergehen lassen und durch Dürren, Temperaturen und Katastrophen andere Weltgegenden unbewohnbar machen. "Könnten" war der Stand vor vielleicht 20 Jahren.
Josefine Möller:
Als gebürtige Thüringerin spüre ich die Relevanz des Aspektes der Information und Meinungsbildungsmöglichkeiten im Umgang mit nicht geringen Teilen meiner engsten Familie.
Bias-Tunnel, die zu Feindbildern führen - sind hochgefährlich und nicht mit Argumenten heilbar. (brennt sich emotional ein und verengt die Sicht)
Daher würde ich sogar eine offensivere Forderung: zB Schaffung oder Unterstützung einer europäischen PLattform - die interessenbasiert aber nicht Neigungsbereinigten Austausch ermöglicht und deren Algorithmen bewusst nicht auf "User Engagement" ausgelegt sind (auch wenn das weniger Werbeeinnahmen sind) und ggf. Ad-Hominem Kommentare automatisch erkennt.
Anders als kommerzielle Plattformen, die uns in Silos treiben und gegeneinander aufbringen - muss es doch auch möglich sein Plattformen zu schaffen, die gezielt die Perspektive Erweitern.
Dazu gehören klare Regeln wie beim Sport: Wie Schutz vor Fake und irreführenden Abkürzungen
Meiner Ansicht nach genügt es nicht Plattformen aus autoritären Staaten defensiv zu regulieren.
Eine eigene anspruchsvolle europäische Plattform muss sein.
Sozusagen ein LinkedIn - auch wenn das Publikum zunächst begrenzt ist - die denkbereiten sollten die Möglichkeit haben sich auszutauschen - ohne unnötig gegeneinander aufgebracht oder am Handy gehalten zu werden. Es geht darum unsere Alleinstellung Zusammenarbeitsfähigkeit auszubauen und in Stärke zu verwandeln. Auch im digitalen Raum.
Denn unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen digital und real aufgenommenen Informationen.
Karl-Martin Hentschel:
Weitere Punkte, über die wir reden sollten:
1. Ja - wir sollten eine plattformübergreifende User-ID vergeben.
2. Wir brauchen neutrale Plattformen wie Wikipedia für die sozialen Medien, die entweder öffentlich-rechtlichen oder genossenschaftlichen Charakter haben und deren Algorithmen open source sind.
3. Medien dürfen grundsätzlich nicht durch Multimillionäre kontrolliert werden.
4. Wir brauchen bundesweite Volksentscheide. Diese sollten aber klug organisiert werden. Es gibt jeweils dazu einen Bürgerrat, der ein Bürgergutachten erstellt und ggf. einen Alternativantrag formulieren kann. Auch das Parlament und/oder die Regierung kann einen Gegenantrag stellen. Die Abstimmung erfolgt nach dem Präferenzwahlverfahren. Die Alternativen werden in einem Abstimmungsheft an alle Bürger verschickt.
5. Regierungen sollten wie das Bundesverfassungsgericht parteiübergreifend durch Vertreter*innen aller großen Parteien zusammengesetzt sein und dann gemeinsam Beschlüsse fassen und ausführen (Konkordanzprinzip). Dann kann keine Partei sich als Opposition zur Regierung gerieren - auch die AfD nicht. Die Regierung ist quasi "unpolitisch".
6. Die politischen Entscheidungen finden im Parlament statt. Die Grundsatzentscheidungen durch Volksentscheid.
7. Auf diese Weise kann niemand autoritär die Macht ergreifen und die Demokratie hat eine extrem hohe Akzeptanz.
8. Ganz wichtig in Hinblick auf die EU: Keine Direktwahl der Präsident*in. Die "Königswahl" wie in Weimar, USA, Russland, Frankreich, Brasilien, Argentinien und vielen anderen Staaten hat sich immer wieder offene Tür für populistische Politik erwiesen und stärkt polarisierende Kräfte, während das Konkordanzprinzip konsensuale Kräfte stärkt.
Anett Schwab:
Ulrike Täck:
Mir würde nur etwas Zusätzliches einfallen, was ich aber auch auf dem Parteitag sagen kann:
- Unsere Häfen in SH haben eine besondere Bedeutung auch als Marine Stützpunkte und können den baltischen Raum sicherer machen.
- Unsere Werften tragen zur Sicherheit bei, indem bei uns wichtige Energieinfrastrukturen (z.B. Offshore Umspannwerke) und Marineschiffe und Equipment gebaut werden können.
- Die neue Bundesregierung sagt in ihrem Sondierungspapier, dass Gaskraftwerke in Deutschland an den bereits bestehenden Standorten gebaut werden soll und von H2 ready ist keine Rede mehr. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass solche Werke nicht in den Energiereichen Norden gebaut würden und dass Erdgas wieder zu Abhängigkeiten und zu Klimaschädigung führen würde. Das Vorhaben der neuen BR ist mindestens zu hinterfragen.
Philipp Schmagold:
Tobias Goldschmidt:
ich tue mich mit Deinem Änderungsantrag schwer. Natürlich hast Du recht, dass es Grund zu Annahme gibt, dass die Arten- und Klimakrise zur größten globalen Sicherheitsgefahr werden können. Mir ist das in der von Dir gewählten Formulierung aber zu apodiktisch und vor allem frage ich mich, wie das die Menschen in der Ukraine, im Gazastreifen, in Myanmar oder im Sudan empfinden sollen.
Gruß
Tobias
Philipp Schmagold:
Klimaveränderungen können Kriege sogar begünstigen. Klimaveränderungen haben laut UNHCR alleine in den letzten 10 Jahren 220 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/themen/fluchtursachen/klimawandel
Deshalb ist es nötig, dass wir darüber auf dem kommenden Landesparteitag diskutieren und uns positionieren. Wenn wir Sicherheit umfassend verstehen, dann sollte die Botschaft unseres Beschlusses -trotz Putins menschenverachtendem Krieg gegen die Ukraine und deren Selbstbestimmung- nicht sein, dass wir den Schwerpunkt auf militärische Aufrüstung setzen.
Denn das wird uns nicht fit für die Zukunft machen, sondern vermittelt nur ein einseitiges Sicherheitsgefühl auf Kosten aller anderen dringenden Baustellen wie Artenrettung, Klimaschutz, Stärkung von Kindern und Jugendlichen, Demokratiestabilisierung, ...
Basisdemokratische Grüße! 🌻
Philipp
Denise Kreissl:
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Die Welt ist unsicherer geworden
Es gibt viele Probleme auf der Welt:
- Russland greift die Ukraine an.
- Die USA könnten sich unter Trump verändern.
- Es gibt große soziale und Umwelt-Krisen.
Das macht vielen Menschen Angst.
Nicht nur in Deutschland, sondern überall.
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Früher dachten viele: Die Welt wird friedlicher.
Aber heute sehen wir:
Es gibt wieder mehr Streit und Gewalt.
Deshalb brauchen wir neue und starke Antworten.
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Was wollen wir Grünen in Schleswig-Holstein tun?
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1. Sicherheit schützen
Putin führt Krieg gegen die Ukraine.
Das ist ein Angriff auf den Frieden und auf unsere Freiheit.
Wir stehen auf der Seite der Ukraine.
Wir helfen mit:
- Gesprächen
- Geld
- Hilfe für die Menschen
- Waffen
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Europa muss mehr Verantwortung übernehmen.
Deshalb brauchen wir genug Geld für:
- Schutz der Bevölkerung
- Bundeswehr
- Polizei
- Verfassungsschutz
Die Schuldenbremse darf uns dabei nicht stoppen.
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Schleswig-Holstein ist ein Land an der Ostsee.
Deshalb ist Sicherheit hier besonders wichtig.
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Russland ist auch durch andere Dinge gefährlich:
- Russische Schiffe spionieren und könnten Schaden anrichten.
- Russische Dünger-Exporte umgehen das Energie-Verbot.
Das macht unsere Bauern abhängig.
Wir fordern:
- Mehr Kontrolle von Schiffen
- Lotsenpflicht auf bestimmten Routen
- Versicherungs-Pflicht für Schiffe
- Strafen gegen geheime russische Tanker
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2. Energie sicher machen
Deutschland war abhängig von Gas und Öl.
Das war gefährlich.
Jetzt setzen wir auf Erneuerbare Energien.
Zum Beispiel Wind- und Sonnenenergie.
Das macht unser Land sicherer.
Schleswig-Holstein ist beim Thema Wind ganz vorne.
Wir erwarten, dass die Bundesregierung weiter mutig für Erneuerbare arbeitet.
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3. Klima und Natur schützen
Die Klimakrise und das Artensterben bedrohen den Frieden auf der Welt.
Sie gefährden unser Essen und unsere Lebensräume.
Darum sagen wichtige Organisationen:
- Klimaschutz ist auch Sicherheit.
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Aber: Klimaschutz kostet Geld.
Deshalb muss die Schuldenbremse reformiert werden.
Wir brauchen neue Regeln, um in die Zukunft zu investieren.
Klimaschutz ist genauso wichtig wie Straßen oder Brücken.
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Schleswig-Holstein hat ein Klimaschutzprogramm.
Wir müssen jetzt handeln.
Ein Viertel unseres Landes ist durch Hochwasser gefährdet.
Unsere Deiche reichen nicht mehr.
Deshalb brauchen wir:
- neue Schutzanlagen
- natürliche Lösungen, die auch Tieren und Pflanzen helfen
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4. Demokratie schützen
Unsere Demokratie ist in Gefahr.
Von außen und von innen.
Viele Menschen glauben nicht mehr an die Politik.
Das nutzen rechte Gruppen aus.
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Was wir tun wollen:
- Mehr politische Bildung
- Bessere Schul-Angebote
- Mehr Geld für Projekte, die Demokratie stärken
- Einen Bürgerrat auf Bundesebene
- Einen gemeinsamen Plan, wie wir fair mit Veränderungen umgehen
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Der Staat muss besser funktionieren.
Zum Beispiel durch:
- schnelle Digitalisierung
- gute Bildung
- starke Sozial-Angebote
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Menschen wollen mitreden.
Aber viele haben das Gefühl: „Ich werde nicht gehört.“
Das muss sich ändern.
Wir wollen neue Wege der Beteiligung.
Zum Beispiel:
- Digitale Plattformen
- Gespräche in Stadtteilen und Betrieben
- Formate, die für alle zugänglich sind
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5. Kinder und Jugendliche stärken
Die Krisen unserer Zeit werden die Kinder von heute ihr ganzes Leben begleiten.
Wir müssen sie gut darauf vorbereiten.
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Kinder und Jugendliche brauchen:
- gute Betreuung in Kita und Schule
- Orte, wo sie spielen, lernen und Freunde treffen
- Freizeiten und Projekte
Diese Angebote helfen auch der Demokratie.
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6. Geflüchtete besser integrieren
Deutschland wird älter.
Wir brauchen Menschen, die hier mitarbeiten.
Viele Geflüchtete wollen das tun.
Deshalb muss Integration schneller gehen.
Wichtig ist:
- Sprachkurse
- Anerkennung von Berufen
- Weniger Bürokratie
Schleswig-Holstein geht hier schon voran.
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7. Falsche Informationen stoppen
Im Internet verbreiten sich viele Lügen.
Besonders in sozialen Netzwerken.
Das gefährdet unsere Demokratie.
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Was wir tun wollen:
- Klare Regeln für große Plattformen
- Starke Aufsicht
- Schutz der Pressefreiheit
- Gute Medien sollen auch im Internet stark vertreten sein
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