Veranstaltung: | Landesparteitag S-H April 2025 |
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Tagesordnungspunkt: | 5. Anträge |
Antragsteller*in: | Landesvorstand GJSH (dort beschlossen am: 07.03.2025) |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 07.03.2025, 21:10 |
A27: Queeres Leben sichern
Titel
Antragstext
Queeres Leben sichern
Die vergangenen Wahlen haben gezeigt, dass auch Deutschland vor dem Rechtsruck,
der durch Europa und die Welt geht, nicht sicher ist. Diese Wahlergebnisse
spiegeln nur wider, was in der Gesellschaft schon längst Realität ist. So hat
die Gewalt gegen marginalisierte Gruppen stark zugenommen.
Von Rechten wird die Vielfalt unserer Gesellschaft immer wieder systematisch
angegriffen. Unsere Demokratie und Gesellschaft lebt von den unterschiedlichen
Perspektiven und Lebensrealitäten, die von den verschiedensten Menschen
eingebracht werden können. Eine Gewährleistung der Sicherheit für diskriminierte
Gruppen ist für die Sicherung der Vielfalt und unserer Demokratie also
essenziell.
Die Anzahl der queerfeindlichen Gewalttaten hat zuletzt nicht nur bundesweit,
sondern auch in Schleswig-Holstein stark zugenommen. Zuletzt hat sich das in
Lübeck gezeigt, als eine Gruppe queerer Jugendlicher in einem eigentlichen
sicheren Raum bedroht wurde.
Alle Menschen müssen die Möglichkeit für Austausch, Beratung und Freundschaft
haben, ohne Angst vor Verfolgung. Das wollen wir in Schleswig-Holstein für
queere Menschen sicherstellen. Eine Aufnahme der „sexuellen Identität“ sowohl in
das Grundgesetz als auch in die Landesverfassung Schleswig-Holsteins ist der
einzig richtige Schritt in die Anerkennung von LSBTIQ* Menschen als
gleichberechtigten Teil der Gesellschaft, sowie ein Schritt in die richtige
Richtung zum nachhaltigen Schutz und das Anrecht auf Gleichberechtigung und
Gleichbehandlung für queere Menschen.
Wir fordern mehr sichere Räume für queere Menschen. Insbesondere queeren
Jugendlichen muss es möglich gemacht werden, sich in sicheren Räumen mit anderen
queeren Menschen auszutauschen. Deswegen befürworten wir ausdrücklich die
Einrichtung queerer Jugendzentren und fordern eine Sicherstellung der
Finanzierung. Auch in ländlichen Räumen müssen sichere Räume und Angebote für
queere Menschen geschaffen werden, z.B. durch ein mobiles Beratungsangebot.
Wir fordern, dass sichergestellt wird, dass geschützte Räume, die geschaffen
werden auch den Schutz erhalten, den sie benötigen. Das erfordert ein
vertrauensvolles Verhältnis zwischen der Polizei und den zu schützenden Gruppen.
Dafür benötigt es intensivere Weiterbildung der Beamt*innen und eine verstärkte
Präsenz der Ansprechstelle LSBTIQ* innerhalb der Polizei.
Unterstützer*innen
- Vincent Schlotfeldt (KV Plön)
- Niklas Binder (KV Schleswig-Flensburg)
- Robert Wlodarczyk (KV Herzogtum Lauenburg)
- Malena Trede (LV Grüne Jugend Schleswig-Holstein)
- Ocean Renner (KV Nordfriesland)
- Sören Lerke (KV Pinneberg)
- Lucas Hohan (KV Ostholstein)
- Ben Jasper Kasch (KV Pinneberg)
- Jesper Ole Berg (KV Lübeck)
- Alexandra Königshausen (KV Flensburg)
- Freydis Mende (KV Flensburg)
- Melissa Sieber (KV Schleswig-Flensburg)
- Ricarda Eckert (KV Schleswig-Flensburg)
- Ben Lüdke (KV Steinburg)
- Lenny Joe Christiansen (KV Ostholstein)
- Jacqueline Kühl (LV Grüne Jugend Schleswig-Holstein)
- Scarlett Schmit (KV Steinburg)
- Kalle Demmert (KV Lübeck)
- Lorenz Mayer (KV Segeberg)
- Martin Kolanus (KV Herzogtum Lauenburg)
- Susanne Lohmann (KV Stormarn)
- Leonie Fischer (KV Pinneberg)
Änderungsanträge
- Globalalternative: A27-Ä1 - Globalalternative (Anna Langsch (KV KielQueeres Leben sichern), Eingereicht)
Kommentare
Denise Kreissl:
Queeres Leben schützen
In den letzten Wahlen hat man gesehen:
Rechte Parteien werden stärker – auch in Deutschland.
Das ist gefährlich.
Denn: In der Gesellschaft gibt es immer mehr Hass auf bestimmte Gruppen.
Auch auf queere Menschen.
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Was bedeutet „queer“?
Queer ist ein Überbegriff für Menschen,
die zum Beispiel schwul, lesbisch, bi, trans oder nicht-binär sind.
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Was ist das Problem?
- Queere Menschen erleben mehr Gewalt.
- Auch in Schleswig-Holstein gibt es mehr Angriffe.
- In Lübeck wurde eine Gruppe junger queerer Menschen bedroht – an einem Ort, der eigentlich sicher sein sollte.
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Was wollen wir Grünen?
Alle Menschen sollen sicher leben können.
Niemand soll Angst haben, weil er oder sie anders liebt oder lebt.
Dazu gehört:
- Orte, an denen sich queere Menschen treffen und austauschen können
- Hilfe und Beratung – ohne Angst
- Freundschaft und Gemeinschaft
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Was fordern wir konkret?
- Die sexuelle Identität soll ins Grundgesetz kommen
- Und auch in die Verfassung von Schleswig-Holstein
So zeigen wir: Queere Menschen sind gleich viel wert.
Sie gehören zur Gesellschaft wie alle anderen.
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Wir wollen mehr sichere Orte für queere Menschen:
Besonders für junge queere Menschen.
Deshalb fordern wir:
- Queere Jugendzentren
- Geld vom Land, damit diese Zentren auch lange bestehen
- Auch auf dem Land soll es Angebote geben – zum Beispiel mit einem Beratungsbus
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Sichere Räume müssen auch wirklich sicher sein.
Dafür braucht es:
- Gute Zusammenarbeit mit der Polizei
- Polizistinnen und Polizisten müssen besser geschult werden
- Es soll mehr Ansprechpersonen bei der Polizei für queere Menschen geben
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Unser Ziel:
Queere Menschen sollen sicher leben – überall in Schleswig-Holstein.